Am 3. Jänner war es soweit.
Mein NICEmobil meldete sich mit einer Nachricht, die man selbst nach knapp 800.000 Kilometern nicht unbedingt lesen möchte:

BMS_w008 – Neustart eventuell nicht möglich. Wartung erforderlich.
Das ist der Moment, wo selbst abgebrühte Elektroautofahrer kurz schlucken.
Ich also ganz entspannt (also äußerlich 😅) über die Tesla-App einen Servicetermin gebucht – 9. Jänner, alles easy. Bis dahin lief das Auto wie gewohnt: leise, effizient, unauffällig. Fast schon verdächtig.
Und dann: Blackout.
Als ich am Servicetag losfahren wollte, kam es, wie es kommen musste:
Alles finster. Neustart nicht mehr möglich. Ende Gelände.
Also ÖAMTC angerufen – jene Organisation, die sonst vor allem Menschen rettet, deren Autos noch wissen, was ein Auspuff ist. Mein NICEmobil wurde professionell aufgeladen und ins Tesla Servicecenter gebracht.
Ja, per Kran.
Ja, ich habe ein Foto davon gepostet.

Und ja – das Internet hat geliefert.
Die Kommentarspalte: ein Ort der Hoffnung (für andere)
Mein Facebook-Posting mit dem Text
„NOT SO NICE 🙈“
hat eine erstaunliche Eigendynamik entwickelt. Über 75.000 erreichte Menschen, unzählige Reaktionen – und eine Kommentarspalte, die stellenweise wirkte wie ein Klassentreffen der Verbrenner-Nostalgiker.
Ein paar Highlights:
„Es ist vorbei.“ „Ausgedient. Ab in den Export. Ungarn. Rumänien.“ „Alles hat mal sein Ende lieber Franz!“ „Hoffentlich wurde er nicht von einem Verbrenner abgeschleppt – da ist der Verbrenner klar im Vorteil.“ „Der beste Platz für deinen Schrott, jetzt darf der Besitzer auch noch die Entsorgung zahlen.“
Man konnte förmlich spüren:
Jetzt. Endlich. Nach all den Jahren. Die Kiste ist hin.
Die Diagnose: bitte kurz festhalten 😌
Im Servicecenter dann die große Erkenntnis:
Kein Motorschaden.
Kein Totalausfall.
Kein „Elektroauto ist halt nix“-Moment.
👉 Ein Kabel war defekt.
Ein. Kabel.
Nach knapp 800.000 Kilometern darf ein Kabel übrigens kaputtgehen.
Das ist kein Drama – das ist Materialermüdung mit Würde.
Mitgemacht wurde in einem Aufwasch auch gleich der Tausch des Luftfilters (ja, den gibt’s auch beim E-Auto – Überraschung!).
Der Kostenvoranschlag: 1.340 Euro.
Für alle, die jetzt innerlich jubeln wollten:
Das ist keine Batterie, kein Motor, kein wirtschaftlicher Totalschaden – sondern ungefähr das, was manche beim Verbrenner für „kleines Service + irgendwas komisches klappert“ zahlen.
Expertenwissen aus der Kommentarspalte 🤓
Besonders gefreut haben mich die technischen Analysen:
„Auspuff oder Verteilerfinger gebrochen jedenfalls nicht.“ „Spritfilter verstopft, Kolbenfresser auch nicht.“ „Pleuellagerschaden wie bei meinem Pontiac?“ „Beim Model S sind es oft die Zündkerzen – aber bitte die teuren nehmen!“
Ich habe alles geprüft.
Kann Entwarnung geben:
👉 Keine Zündkerze verletzt worden.
Das Ergebnis
✔ Kabel erneuert
✔ Luftfilter neu
✔ NICEmobil fährt wieder
✔ Hater enttäuscht
Mein NICEmobil ist on the road again – leise, souverän und vermutlich bereit für die nächsten 800.000 Kilometer.
Und für alle, die schon den Abgesang vorbereitet hatten:
Keine Sorge.
Ich melde mich wieder, spätestens beim nächsten Kabel 😄
Zur Info:
Hier die Rechnung:


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